Thomas Müller sieht für Bayer Leverkusen in der neuen Bundesliga-Saison keine Chance, Bayern München ernsthaft herauszufordern. Der ehemalige Bayern-Star äußerte diese Einschätzung in einem Interview, das von Die Welt Sport veröffentlicht wurde.

Die Saison startet am Freitagabend mit dem Spiel des Titelverteidigers FC Bayern gegen den VfB Stuttgart in der ausverkauften Münchener Arena. Müller, der heute für die Vancouver Whitecaps spielt, bleibt bis 2025 formal bei den Bayern unter Vertrag. Er ist überzeugt, dass es unter Trainer Vincent Kompany nie entspannt zugehen wird. "Entspannt wird es unter Trainer Vincent Kompany nie, denn er wird die Zügel auf jeden Fall straff halten", sagte Müller.

Müller beschreibt die Saison 2023/24 von Bayer Leverkusen als eine absolute Ausnahme. Damals holte die Werkself 90 Punkte, einen Punkt mehr als Bayern in der vergangenen Spielzeit. Diese Leistung war geprägt von vielen Last-Minute-Toren und einer außergewöhnlichen Konstanz. Für die anstehende Saison erwartet Müller jedoch keinen ähnlichen Anwärter. "Ich sehe kein neues Leverkusen", erklärte er deutlich. Er listet zwar Borussia Dortmund, RB Leipzig und Leverkusen als die üblichen Verdächtigen auf, die Bayern herausfordern könnten. Eine echte Gefahr für die Münchner Dominanz erkennt er aber nicht.

Müller prognostiziert, dass Bayern erneut eine Punktzahl um die 89 erreichen wird. Für VfB Stuttgart unter Sebastian Hoeneß hat er Respekt, rechnet aber nicht mit über 80 Punkten pro Saison. Er erwartet, dass die Schwaben um die Champions-League-Plätze mitspielen werden. Hoeneß wird in Medien auch als möglicher Nachfolger für Kompany gehandelt, sollte dieser den Verein eines Tages verlassen. Müller lobt Hoeneß für seine exzellente Kontrolle, eine klare Spielidee und die Stabilität, die er dem Club gegeben hat.

Bayer Leverkusen geht aus einer enttäuschenden Saison 2025 hervor. Der Club beendete die abgeschlossene Spielzeit auf dem 5. Platz der Bundesliga mit 52 Punkten aus 29 Spielen. Die Bilanz lautete 15 Siege, 7 Unentschieden und 7 Niederlagen. Die aktuelle Formkurve zeigt die letzten fünf Spiele mit zwei Siegen und drei Remis (WWDDD). In der Tabelle liegt Leverkusen damit 24 Punkte hinter dem Spitzenreiter Bayern München. Die Mannschaft erzielte in der Saison 59 Tore und kassierte 39, was eine positive Tordifferenz von +20 ergibt.

Die nächste Aufgabe wartet am 5. September 2026 mit dem Heimspiel gegen Union Berlin, der aktuell auf dem 11. Tabellenplatz steht. Vor diesem Spiel muss Trainer Xabi Alonso jedoch auf mehrere verletzte Spieler verzichten. Auf der Verletztenliste stehen aktuell Arthur, Kennet Eichhorn, Martin Terrier und Montrell Culbreath. Ihre Rückkehr ist für die anstehenden Aufgaben von großer Bedeutung.

Bayern München hat früh in der Transferperiode mit Ismael Saibari und Nathaniel Brown kräftig investiert. Die Gesamtablöse für die beiden Talente soll bei rund 100 Millionen Euro liegen. Müller sieht in diesen Verpflichtungen ein klares Signal, das Team weiter zu verbessern. Die Spieler bringen Zukunftspotenzial mit und sollen die Stärke des Kaders sichern. Diese Investitionen unterstreichen den Anspruch der Münchner, die Liga weiter zu dominieren.

Müller blickt auch dem Duell mit seinem ehemaligen Teamkollegen Martín Demichelis entgegen, der neuer Trainer bei RB Leipzig ist. Zudem ist er überzeugt, dass die WM-Enttäuschung Harry Kane nicht beeinträchtigen wird. Er glaubt, dass der Stürmer seine Top-Leistungen fortsetzen und Tore schießen wird, wenn er sein physisches Niveau hält. Für Borussia Dortmund sagt Müller voraus, dass sie gut sein und den Ambition haben werden, da zu sein, falls Bayern schwächeln sollte. Er ist jedoch sicher, dass Bayern nicht schwächeln wird.

Die Aussagen von Thomas Müller setzen Bayer Leverkusen unter Druck, die Erwartungen zu übertreffen. Die Mannschaft muss beweisen, dass sie nach dem 5. Platz im Vorjahr wieder Anschluss an die Spitze findet. Die Verletzungssorgen vor dem Spiel gegen Union Berlin sind dabei eine erste Hürde. Die Werkself kann auf unserer Statistikseite ihre Offensiv- und Defensivleistung der Vorsaison einsehen. Der Fokus liegt nun darauf, einen starken Saisonstart hinzulegen und die Lücke zu den Bayern zu verkleinern. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Leverkusen die Rolle des Underdogs ablegen kann.