Bayer 04 Leverkusen hat die Entscheidung des Bundeskartellamts zur 50+1-Regel zur Kenntnis genommen und will diese sorgfältig prüfen. Der Verein hatte sich in den vergangenen Jahren mit erheblichem Aufwand und mehreren konkreten Lösungsvorschlägen in den Prozess eingebracht. Bayer 04 fordert einen Kompromiss, der "den historisch gewachsenen Strukturen und den Interessen aller Beteiligten Rechnung trägt". Auf Basis der Stellungnahme sieht der Verein vielversprechende Ansatzpunkte. Die seit 2021 laufenden Gespräche mit der Bundesliga sollen fortgesetzt werden. Die 50+1-Regel ist seit 1998 im deutschen Fußball verankert und schreibt vor, dass Muttervereine die Stimmenmehrheit in ihren ausgegliederten Kapitalgesellschaften behalten müssen. Kritiker sehen darin einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen europäischen Ligen. Das Kartellamt betont jedoch, dass die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes vergleichbare Wettbewerbsbedingungen für alle Klubs voraussetze. Es gelte nun, "eine solidarische Lösung" zu finden. Die Stellungnahme des Bundeskartellamts ist rechtlich nicht bindend, zeigt jedoch den rechtlichen Rahmen auf. Hans-Joachim Watzke, Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), bezeichnete die Erkenntnis als "bedeutenden Schritt". Das Kartellamt sieht die Regel durch das Ziel der Vereinsprägung und der Mitgliederpartizipation gerechtfertigt. Es bestehe "kein öffentliches Interesse" an einer vollständigen Öffnung der Bundesliga für Investoren. Kartellamts-Präsident Andreas Mundt forderte jedoch, dass die Regel "konsequent und ohne Unterschiede" angewendet werden müsse. Für die Ausnahmefälle Bayer 04 Leverkusen und VfL Wolfsburg sowie die Sonderfälle RB Leipzig und Hannover 96 sieht die Behörde Nachholbedarf. Ein rechtssicheres "Weiter so" könne es dort nicht geben. Die 50+1-Regel ist ein wichtiger Aspekt des deutschen Fußballs. Bayer 04 Leverkusen ist ein wichtiger Verein in der Bundesliga und muss sich mit der Entscheidung des Bundeskartellamts auseinandersetzen. Die Stellungnahme des Bundeskartellamts ist ein wichtiger Schritt in der Diskussion um die 50+1-Regel. Bayer 04 Leverkusen wird sich weiterhin für eine faire und praktikable Lösung einsetzen.