Bayer Leverkusen startet mit einer neuen Ära unter Trainer Carles Martínez in die Bundesliga-Saison 2026/27. Die Werkself will nach dem sechsten Platz der Vorsaison wieder in die Champions-League-Ränge zurückkehren, steht aber nach dem ersten Spieltag mit null Punkten auf dem 13. Tabellenplatz.
Carles Martínez übernahm im Sommer das Traineramt und betonte gleich zu Beginn seine Philosophie. "Das Wichtigste ist, dass sich jeder wertgeschätzt fühlt und das Gefühl hat, sich verbessern zu können", sagte der Spanier. Auf dem Platz gab es personelle Veränderungen. Der erfahrene Linksverteidiger Alejandro Grimaldo verließ den Club. Als Ersatz kam Miguel Gutiérrez vom SSC Neapel. Der offensive Außenbahnspieler hatte in der vergangenen Serie-A-Saison eine Passquote von 88 Prozent. In der Defensive übernimmt Edmond Tapsoba als neuer Mannschaftskapitän die Führung, sein Stellvertreter ist Patrik Schick. Robert Andrich, der bisherige Kapitän, gibt das Amt ab.
Neben den etablierten Kräften setzt Leverkusen weiter auf junge Talente. Der 20-jährige algerische Nationalspieler Ibrahim Maza kam in seiner ersten Saison am BayArena auf 28 Bundesligaeinsätze und weitere 16 in DFB-Pokal und Champions League. Im Testspiel bei Newcastle traf er sogar aus der Distanz. Auch Kennet Eichhorn, Afonso Moreira und Christian Kofane sollen den nächsten Schritt machen. Allerdings fehlt Eichhorn aktuell verletzt, genau wie Martin Terrier und Montrell Culbreath. Den Überblick über den Personalstatus bietet unsere Verletztenliste.
Die Werkself absolvierte ein umfangreiches Testspielprogramm. Darin fanden sich überzeugende Siege wie ein 7:1 gegen Gießen, ein 4:0 gegen Genk und ein 2:1 gegen den FC Sevilla. Es gab aber auch einen deutlichen 0:7-Rückschlag gegen Brentford. Insgesamt zeigte die Vorbereitung eine offensive Ausrichtung und lieferte dem Team Matchpraxis. Martínez fasste das Ziel zusammen: "Es ist wichtig zu spüren, wozu wir fähig sind. Das Wichtigste ist, wettbewerbsfähig zu sein und Spiele zu gewinnen."
Der Bundesliga-Start verlief mit einer Niederlage holprig. Leverkusen kassierte drei Tore und schoss selbst zwei, was eine negative Tordifferenz von -1 ergibt. In der Tabelle liegen sie bereits drei Punkte hinter dem Spitzenreiter Bayern München. Die nächste Chance auf Punkte kommt am 5. September im Heimspiel gegen den Tabellenneunten Union Berlin. Die anstehenden Partien sind in unserem Spielplan aufgeführt. Die ersten drei Pflichtspiele der Saison führen die Mannschaft zu Elversberg, dann nach Hause gegen Union Berlin und schließlich nach Augsburg.
Die Mission für die gesamte Spielzeit ist klar definiert. Nach dem Verlust weiterer erfahrener Spieler aus der Invincibles-Mannschaft von 2023/24 muss die neue Führung um Tapsoba und Schick die Einheit formen. Die aktuelle Tabellensituation im Bundesliga-Ranking zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Leverkusens Ambitionen, wieder unter die besten vier Clubs Deutschlands zu kommen, werden sich an der Fähigkeit messen lassen, aus den ersten Rückschlägen zu lernen und die Stärken aus der Vorbereitung in die Liga zu übertragen.
