Bayer Leverkusen hat den Bundesliga-Auftakt mit einer überraschenden Niederlage vermasselt. Die Werkself verlor am Samstag beim Aufsteiger SV Elversberg mit 2:3, wobei Torhüter Mark Flekken nach dem Spiel harte Worte für seine Kollegen fand.
Laut einem Bericht von t-online sagte der 33-jährige Niederländer, es habe an mentaler Kapazität, Energie und Spielverständnis gefehlt. Er stimmte sogar zu, dass Leverkusen zur Halbzeit bereits 0:5 hätte hinten liegen können. Die frühen Gegentore durch Lukas Petkov in der 8. Und Cole Campbell in der 9. Minute setzten den Ton. Direkt nach der Pause traf David Mokwa in der 46. Minute zum 3:0. Die späteren Treffer von Patrik Schick (77.) und Christian Kofane (90.+1) reichten nur noch zur Ehrenrettung.
Mark Flekken ließ nach dem Abpfiff kein gutes Haar an der Mannschaftsleistung. "Wenn du schon in der ersten Halbzeit so anfängst, sehr früh 2:0 hinten liegst, und das in der zweiten Halbzeit noch mal wiederholst, dann fehlt es an einiges", erklärte der Keeper. Er wollte zwar nicht die gesamte Mannschaft vor den Bus werfen, betonte aber: "So darf und kann es nicht weitergehen." Flekken, der in der vergangenen Saison 28 Bundesligaspiele absolvierte, ist eine der erfahrensten Stimmen im Kader.
Für den neuen Cheftrainer Carles Martínez war es ein missglücktes Debüt auf der Bundesliga-Bank. Der Spanier gratulierte Elversberg zu einem "unglaublichen Spiel". Er wies jedoch den Vorwurf zurück, seine Mannschaft sei mental nicht bereit gewesen. "Sie spielen sehr gut. Ich war nicht überrascht davon, wir haben das erwartet", sagte Martínez. Er forderte seine Spieler auf, aus der Niederlage zu lernen und es "viel, viel besser" zu machen. Martínez übernahm den Posten erst in dieser Saison und steht vor der Aufgabe, eine defensive Stabilität zu etablieren, nachdem die Mannschaft in der Vorsaison 49 Gegentore kassierte.
Die Niederlage wirft sofort Fragen zum Saisonverlauf auf. Leverkusen muss nun in den kommenden Spielen nachlegen, um nicht frühzeitig den Anschluss an die Spitzenteams zu verlieren. Die Mannschaft zeigte defensive Schwächen, die angesichts der kommenden Aufgaben besorgniserregend sind. Ein Blick auf den Kader zeigt, dass mit Spielern wie Jonathan Tah und Edmond Tapsoba durchaus erfahrene Defensivkräfte zur Verfügung stehen. Ihre Leistung muss sich jedoch deutlich verbessern.
Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am kommenden Wochenende. Leverkusen empfängt dann den SC Freiburg im BayArena. Dieses Heimspiel wird ein erster Stimmungstest für die Mannschaft und den neuen Trainer sein. Die komplette Terminplanung der Werkself ist auf unserer Spielplan-Seite einsehbar. Ein Sieg gegen Freiburg ist dringend nötig, um das verlorene Vertrauen der Fans zurückzugewinnen und in der Tabelle nicht weiter zurückzufallen.
Die Vertragssituation von Schlüsselspielern gibt zumindest langfristig Planungssicherheit. Patrik Schick, der gegen Elversberg traf, ist noch bis Juni 2027 an den Club gebunden. Gleiches gilt für Florian Wirtz, dessen Vertrag ebenfalls bis 2027 läuft. Die Niederlage in Elversberg war der erste Bundesliga-Einsatz für den neu verpflichteten Mittelfeldspieler Christian Kofane, der in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer erzielte.
